Anleitungen zu Datenrettungssoftware TestDisk Drucken E-Mail

Anleitungen zu Datenrettungsprogrammen

Bei meinen weiteren Ausführungen gehe ich vom Studium der Vorbeiträge aus, und Sie wissen nun:

  • Wo und wie Ihre Daten abgespeichert sind
  • Was passiert ist beim löschen der Daten
  • Das Ihre Festplatte nicht physikalisch Defekt ist

Jeder Versuch bei einer physikalisch defekten Festplatte mit Datenrettungssoftware etwas auszurichten, wäre sinnlos und zerstört nur noch mehr!

Bei einem physikalischem Defekt sollte man in Betracht ziehen, sich an eine professionelle Datenrettungsfirma zu wenden.

Nun möchte ich dem geneigten Leser, hoffentlich nicht in zu brenzliger Situation, einige Datenrettungsprogramme ausführlich vorstellen. Bei den Progs, die ich schon selbst benutzt habe, gebe ich auch eine mehr oder minder ausführliche Step by Step Anleitung, bei den Anderen weise ich auf gute Fremdanleitungen hin.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass weder der Autor noch der Betreiber dieser Website in irgend einer Form für diese Anleitungen haften können. Unabhängig von selbst erstellten oder fremden Anleitungen, bleibt es in Ihrer eigenen Verantwortung ob und was Sie machen.

Beginnen wir mit meinem persönlichen Tipp, dem Programm

TestDisk

Aus dem Hause cgsecurity. Zur Zeit aktuellste Version ist 6.6 für Windows, eine 6.4 Version läuft unter DOS. Für MAC OS X und LINUX stehen ebenfalls Versionen zur Verfügung.

Sie können dieses kleine Programm unter der folgenden Webadresse kostenlos herunterladen:

http://www.computerbase.de/downloads/software/systemprogramme/festplatten/testdisk/

Testdisk wurde hauptsächlich programmiert um verlorene Partitionen wiederherzustellen und um nicht bootfähige Festplatten wieder bootfähig zu machen.

Testdisk im Explorer

  • TestDisk läuft unter:


DOS/Win9x
Windows NT 4/2000/XP/2003
Linux
FreeBSD, NetBSD, OpenBSD
Mac OS X


Es lässt sich ebenfalls von Bootdiskette, USB-Stick und CD Ausführen.
Dieses ist wichtig wenn der Fehler die Bootpartition betrifft, Ihr Rechner also erst gar nicht mehr startet.

Testdisk findet verlorene Partitionen in folgenden Dateisystemen:

  • BeFS ( BeOS )

    BSD disklabel ( FreeBSD/OpenBSD/NetBSD )

    CramFS (Compressed File System)

    DOS/Windows FAT12, FAT16 and FAT32

    HFS and HFS+, Hierarchical File System

    JFS, IBM's Journaled File System

    Linux Ext2 and Ext3

    Linux Swap (versions 1 and 2)

    LVM and LVM2, Linux Logical Volume Manager

    Netware NSS

    NTFS ( Windows NT/2K/XP/2003 )

    ReiserFS 3.5 and 3.6

    Sun Solaris i386 disklabel

    UFS and UFS2 (Sun/BSD/...)

    XFS, SGI's Journaled File System


Natürlich habe ich noch nicht alle getestet, ich arbeite nur mit NTFS, FAT 32 und Linux, die obige Tabelle habe ich vom Hersteller übernommen.

Wenn wir TestDisk nun downgeloaded haben, installieren wir es in einem Ordner der zweiten Festplatte, USB- Stick oder Floppy Disk. Vorsicht der USB- Stick nützt nur solange das Betriebssystem einwandfrei startet, sonst haben wir kein USB.

Angenommen unser Betriebssystem startet und wir möchten einfach nur gelöschte Dateien wiederherstellen oder Partitionen der Festplatte suchen.

Starten wir TestDisk mit der TestDisk.Exe

Wir sehen den folgenden Bildschirm

TestDisk Startbildschirm

Die Frage ob eine neue Log Datei geschrieben werden soll können Sie einfach mit Enter bestätigen.

Dann sieht der Bildschirm wie folgt aus


So sollte es aussehen wenn Ihre Festplatten erkannt wurden


Wählen Sie, falls nötig die Festplatte mit den Pfeiltasten aus und bestätigen Sie mit der Enter Taste die Markierung Proceed.

WICHTIG! Wird die Festplatte nicht richtig angezeigt, d.h. eine 160 GB Platte wird nur mit 32GB erkannt. Unbedingt die Jumpereinstellungen und BIOS Einstellungen nachsehen. Es gibt mehrere Fallstricke zu beachten, die Sie nur mit den entsprechenden Handbücher klären können. TestDisk ist hier schon am Ende und kann nicht helfen.

War alles soweit OK sehen Sie nun den folgenden Bildschirm und Sie müssen wiederum mit den Pfeiltasten die Partitions Tabellen auswählen. Für normale Intel PC User ist dies [Intel] Intel/PC Partition


Partitionierungs Auswahl (Für PC User ist Intel richtig)


Und wieder mit Enter bestätigen.
Nun haben wir den eigentlichen Aktionsbildschirm vor uns


Aktionsbildschirm

Die Markierung steht nun auf Analyse und wir bestätigen dies mit, ja womit wohl, klar mit Enter

Nun sehen wir was mit unserer Festplatte los ist. Im einzelnen ist dies folgendes:



Erstes Ergebnis

Partitionen mit der Angabe über primäre Partition, Logisches Laufwerk und Extendend Partition. Ein * markiert unsere bootfähige Partition, also die wo unser Betriebssystem beheimatet ist. Weiterhin erhalten wir Infos über die belegten Sektoren usw., und nach neuerlichem bestätigen der Proceed Markierung sollte der Bildschirm möglichst so aussehen


Zweites Ergebnis

Hier können wir nun etliche Schritte ausführen. Wir sollten dies aber nur tun, wenn der Schirm nicht grün aussieht. Sollten Sie eine Partition vermissen, suchen Sie mit Search!, deeper search, try to find more partitons weitergehen.

Dann erhalten wir mehr oft auch ältere Partitionen. Ansonsten können wir nun die gefundenen Partitionen überprüfen und entsprechend für eine evtl. Wiederherstellung anpassen.

Die Partitionen können Sie, mit den Pfeiltasten auf Primär, Primär Aktiv oder auf Logisches Laufwerk setzen

Für weitergehende Proceduren mit TestDisk, insbesondere die Reparatur des Bootsektors verweise ich auf das Computerbase Forum. Hier sind etliche Beispiele für diverse Fehlfunktionen aufgeführt und es wäre unsinnig, hier an Ort und Stelle nochmals diese Vorgehensweisen im Detail zu Erläutern. Hier die Adresse:

http://www.computerbase.de/forum/

Außerdem hält der Hersteller noch eine Wiki über das Programm bereit. Auch diese Internetadresse möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

http://www.cgsecurity.org/wiki/

Zumeist ist jedoch das von mir beschriebene Procedere ausreichend um verlorene Partitionen oder Dateien wieder zu finden.

Im nächsten Teil beschäftigen wir uns dann mit File Recovery von PC Inspector, ebenfalls Freeware.

Autor: Manfred Roettger
 
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